Während der 48h Neukölln 17-19 Juni 2011

LUXUS – das diesjährige Thema des Kunst- und Kulturfestivals 48h Neukölln veranlasste mich dazu, mir die Frage zu stellen »Was in dieser Stadt bedeutet Luxus für mich?«
VIELFALT ist meine Antwort. Interkulturell wie auch in meiner unmittelbaren Grünflächenumgebung.
Mein Balkon ist besät – alles keimt und wächst und dieses zyklische Gefühl fehlt mir in den Straßen Neuköllns. »Sie machen also keine Kunst.« war darauf hin der Kommentar einer Performance-Künstlerin als ich ihr von meinem Vorhaben berichtete. Ich wünsche ihr, dass ihre Kunst innerhalb ihrer engen Betrachtungsweise Früchte trägt. Kunst ist Vielfalt – ich verteile Pflanzpatenschaften, leite zum Samenbälle-bau an und gebe diese mit auf den Weg – auf dass sich Stadt belebt.
Mein Kunstwerk ist keine zu erwerbende Fotografie – vielmehr wird es ein Gesamtkunstwerk aller meiner Besucher. Für die Pflanzen werden Patenschaftsbriefe ausgestellt mit der Bitte um eine Rückmeldung. Sei es über das Einpflanzen oder das Essen des Schützlings. Alles ist erlaubt. Einfach mitmachen!
Das globale Phänomen der Rückkehr der Gärten in die Städte – das allgemein als »Urban Gardening« bezeichnet wird, ist nur ein Teil einer Sensibilisierung für die Umgebung vor der eigenen Haustür. In Christa Müllers Buch (Urban Gardening – über die Rückkehr der Gärten in der Stadt – oekom, München) steht geschrieben, dass seit 2007 weltweit erstmals mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land wohnen. Vielleicht sind Interkulturelle Gärten, Prinzessinnengärten, Almende Kontor und Co der Anfang einer anderen Stadtentwicklung. Brutstätten von Gemeinschaft und Identifikation.
Machen wir uns die Stadt auf eine sanfte Weise zu eigen. Nutzen wir den Raum, der vor uns liegt. Erst vor einigen Tagen habe ich von einer Frau gehört, die sich jedes Wochenende durch Berlin bewegt, um Pflanzen einzupflanzen. Eigene Interventionen, die sich im Moment der Handlung zu Allgemeingut etablieren.
Parallel zu den Entwicklungen der positiven Art stehen wir immer noch handlungsunfähig Phänomenen wie dem Massensterben der Bienen gegenüber. Stadt ist Naturraum, ist Ökoraum – sie braucht die Vielfalt, ist Vielfalt.
Fühlen sie sich eingeladen vorbeizukommen und danach loszuziehen, um zu pflanzen!
Mirjam Dröge im Juni 2011
PFLANZPATENSCHAFTEN









